Lawinen-Tragödie am Broad Peak (8.051m)

einmal abseits der Musik: Da ich erst vor wenigen Tagen die immense Ehre hatte mit Peter Habeler, einem der großen Helden meines Lebens, in kleinster „Raksi Girls”-Runde im Zillertal seinen 84-er zu feiern, und die Alpin-Legende aus Tux uns dabei auch von seinem jetzt abgestürzten Freund „Nims Daj” erzählte, möchte ich hier die Verunglückten ehren und ein paar Worte los werden. Ich bin weder sportlich, noch hochalpin erfahren (bis auf Gletscherwanderung zum Piz Bernina vor 18 Tagen und ähnlicher federleichter Wanderei), beschäftige mich aber seit Habeler und Messner 1975 den Gasherbrum I im Alpinstil „erledigten” mit den Bergen des Karakorums und des Himalajas und ihren Helden (und Toten) ... damals war ich auch beim Alpenverein und ging als früher Teenager tatsächlich auch mit der Gruppe ein wenig in die Berge.

zum Unglück am BROAD PEAK, der vor allem durch den Tod von Alpinsuperstar und Ausnahme-Erscheinúng NIRMAL „Nims Daj” PURJA für weltweite Bestürzung sorgte: wenn ich jetzt alles, was ich in den letzten drei Tagen im Internet zusammen getragen habe, analysiere, dann dürfte dieses fürchterliche Unglück, dass hier KEIN EINZIGES „greenhorn”/Alpin-Touristen, sondern 10 der erfahrensten Bergsteiger (jeder hatte mehrere 8.000-er „in der Tasche”, zudem waren all selbst Bergführer!), die sich in einer kompetenten Gruppe zum Gipfel des zwölfthöchsten Berges unseres Planeten aufgemacht haben hinweg gerafft hat, schlicht auf Leichtsinn zurückzuführen sein, denn: Was laut einer Analyse in „National Geographic” durch 1 Monat vor Ort im Basislager lebende Alpinisten der verunglückten 10-er Gruppe ziemlich sicher zum Verhängnis wurde (und zuvor schon ALLE anderen Expeditionen bewogen hatte abzureisen und 2026 abzuhaken!) waren 5 Tage an sehr starken Schneefällen ab 22.7.! Dazu David Klein, der Ende Juli eben bereits 1 Monat im Basilager lebte und am 19.7. bei einem Versuch ohne Sauerstoff nur 70 Höhenmeter vor dem Gipfel (!) wieder umkehrte, und einen 2. Versuch ebenfalls abbrach als die Schneefälle am 22.7. einsetzten: „Nach starkem Schneefall braucht man nicht nur gutes Wetter. Man braucht ein paar Tage gutes Wetter, in denen kein Schnee fällt – doch man bewegt sich da trotzdem nicht. Denn der Schnee muss zuerst eines von zwei Dingen tun: Er muss sich am Berg setzen oder abrutschen.“ Klein und sein Partner Overton packten am 25.7. und auch sie verliessen jetzt das Basislager des Broad Peak, nicht so das Expeditionsteam von „Nims Daj”, welches (ohne ihn) z.T. bereits ebenfalls seit Ende Juni im Basislager lebte um sich auf den Gipfelanstieg vorzubereiten. Es ist somit anzunehmen, dass der nepalesische Alpinsuperstar (er stammte aus allerärmsten Verhältnissen aus dem Dorf Dana am Fuße von Dhaulagiri und Anaapurna, gehörte aber NICHT zum Volk der Sherpas) „der die Welt der Achttausender neu definierte”, dieses eine Mal einen entscheidenen Fehler begangen hatte und das Neuschneerisiko unterschätzte, und vielleicht auch durch die Stärke der 10 Teilnehmer sich selbst überschätzte, und das nur einmal im Leben, was er eben mit dem Verlust desselben bezahlen musste!

Nirmal „Nims Daj“ Purja ist also am 30.7. mit 10 anderen erfahrenen Bergsteigern aus 3 lokalen Teams (Karakoram Expeditions, Imagine Climb Pakistan, Blue Sky Trek & Tours) und OHNE geführte Touristen unter der Leitung seiner Firma „Elite Exped” selbst und nach fast einwöchigem Schneefall bei dann aber absolut perfektem Wetter am Broad Peak (8051m, 12.höchster Berg) zu Tode gekommen. Nach dem früh begonnenen Gipfelanstieg aus dem letzten Hochlager 3  wurde die zehnköpfige Gruppe auf exakt 6.660 m, und um exakt 09:30 von einer enormen Lawine mitsamt einem mächtigen Schneeüberhang, den sie möglicherweise als kurzen Rastplatz nutzten (deswegen hat es vermutlich alle 10 auf einmal erwischt), in die Abgründe gerissen. Manche der Gruppe stürzten laut ihren GPS-Trackern sehr weit in die Tiefe (die Leiche Nadhira Al Harthys wurde 1.700 m weiter unten am Fuße des Gletschers lokalisiert!) 😔 „Nims Daj“ stürzte laut Tracker rund 900 m ab. Nirmal Purja gelang erst wenige Tage vorher am Gasherbrum II sein 57. Erfolg auf einem Achttausender … das seltsame an der Tragödie: Erst 13 h später (um 22:00 Lokalzeit) wurde der pakistanische Alpinclub von der Lawine und möglichen Verschütteten informiert, da war es natürlich schon zu dunkel für erste Rettungseinsätze - UND - erst am nächsten Morgen am 31.7 um 08:30 kam von der Expeditionsfirma selbt ein Ansuchen um Hilfe (also 23h nach dem Lawinenabgang!). Warum hier nicht früher versucht wurde eine Rettungskette zu starten und das ohnehin Unmögliche, nämlich jemand lebend zu finden, ist nicht ganz klar, soll aber auch daran gelegen haben, dass eben a.) das Basislager bereits fast leer war und b.) diese verunglückte 10-er Gruppe eben aus verschiedenen Organisations-Teams zusammen gewürfelt war, wo keiner der wenigen Begleiter dieser drei Kleinstgruppen im Basislager offenbar wusste was der andere tat (das könnte also ein weiterer Fehler gewesen sein, macht aber die Toten auch nicht mehr lebendig) ... Om Mani Padme Hung ...

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