Foto: ©Nicole Schober-„Männerladen-Events”(Landshut) / Auf Einladung meiner Stieftochter Hannah durch Patti Smiths` Bassisten Tony Shanahan zur ausverkauften Show in der Wiener Arena begaben wir uns in die legendäre Kult-Location, die heuer 50-jährigen Geburtstag in der FREIEN SZENE feiert! Ich war ab dem 1. Album „Horses” (das ich mir 11-jährig zu meinem Geburtstag 1976 gewünscht/bekommen hatte) ein großer Fan der New Yorker „Göttin des Punk”, sammle ihre Bücher, habe sie aber nie live gesehen, und meine Erwartung an die heuer am 30.12. 80 Jahre jung werdende Ikone des R&R war nicht unbedingt hoch, mir hätte auch eine sprechende, ja sogar nur stumm da stehende PATTI SMITH gereicht. Aber dann! ABER DANN!!!! Mit einem wie Verputz von einer Fassade bröckelnden „Dancing Barefoot” gings los, und natürlich war der Sound - WIE IMMER in der Arena - umwerfend gut (wie zuletzt vor wenigen Wochen bei Tinariwen oder bei Placebo, oder bei Curtis Mayfield vor gefühlten 300 Jahren, oder Van Morrison, Santana, Johnny Guitar Watson und all den anderen Acts die ich dort in den letzten 45 Jahren erleben durfte!). Mit einer Stimme die nach wie vor durch Mark und Bein geht und NICHTS an ihrer Kraft eingebüsst hat griff der ewige OUTLAW im Laufe der knapp unter 2-stündigen Show in ihre bewährte Trick-Kiste und überließ nichts dem Zufall ... was mit knapp 80 zu akzeptieren ist! (Wir hatten der Band als Dank für die Einladung zuvor eine Flasche Brunello di Montalcino und einen gut gereiften Blaufränksich vom Weingut Esterhazy aus 2009 überreicht, und Tony hat uns nach dem Konzert von Patti ausrichten lassen, dass dies seit Jahren der erste Schluck Rotwein gewesen sei, und sie ihn liebt!) Ich habe PATTI auch das aktuell erschienene „Diary from GAZA” vom ausgebombten Mohammed Hussein geschenkt, ein Tagebuch von 40 Tagen in einem Zelt in GAZA während der Vernichtung der Stadt, und das führt gleich wieder zurück zum Konzert, in dem sie Gaza mehrmals in den Mittelpunkt rückte, vor allem mit dem Lied „Peacable Kingdom”, das sie vor über 20 Jahren mit ihrem Bassisten/Keyboarder Tony Shanahan geschrieben hatte, in der Hoffnung, dass sich im Mittleren Osten irgendetwas ändern könnte. Wuterbrannt hat sie es dann gestern in der Arena hinaus geschrien, dass sich nicht nur nichts geändert hätte, sondern die große Katastrophe eine Genozids eingetreten sei und sie diesen Song ALLEN Kindern in Palästina, im Libanon, im Sudan, im Irak und sonstwo widmet. Der Abend war eine herrlich aufrüttelnde Reise durch die letzten 50 Jahre Rock n Roll, auch mit Tributes an THE DOORS, einem Geburtstagsständchen für ihren Freund Bob Bylan und natürlich dem Springsteen-Song „Because The Night”, den erst SIE zum Welthit machte. Auf ruhige folkige Stücke folgten Punk-Explosionen, und das ergraute Publikum (Gott sei Dank auch durchsetzt mit einigen „jungen Stücken Frischfleisch”) schwelgte begeistert in Erinnerungen an ein gemeinsam zurückgelegtes Leben! Danke Patti, Danke Festwochen, Danke Arena, Danke Hannah!
