Claus Peymann zu Kultur & Corona

In einem aktuellen „News”-Interview kommt folgende Passage des großen alten Theater-Machers, der nach schwerster Krankheit  „wiederauferstanden” ist: „... jetzt kommt ein Mann vom Gesundheitsamt, der vom Theater keine Ahnung hat, und verbietet Ihnen, durch eine Tür zu gehen, weil dort schon jemand von der Gruppe B durchgegangen ist. Wer Kunst so versteht, tötet sie. Und dann wäre diese Seuche noch viel schrecklicher als ihre organischen Auswirkungen. Wenn die Kunst stirbt, stirbt Europa. Wenn man sagt: Der Tod der Kunst ist schrecklicher als der einiger Hundert Menschen, ist man gleich ein Verbrecher. Aber was ist denn dieses Abendland sonst als seine Kunst? Was wird eine Welt ohne Nähe, ohne Träume vom Überwinden des Todes? Zu Recht bekommen jetzt alle Angst.”

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